Projekt Mauersanierung Michaelskapelle Riegel am Kaiserstuhl

 
Gesamtkosten geschätzt 150.000 Euro (Stand: 11/2021)
Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Mitgliedschaft im Verein und/oder einer Spende
Die Freunde der Michaelskapelle Riegel e.V. haben sich zum Ziel gesetzt die Sanierung des Mauerwerks mit 70.000 Euro zu unterstützen.
Zum Stand Januar 2022 sind davon bereits rund 24.580 Euro gesichert. Vielen Dank allen, die zu dieser Summe beigetragen haben!
 
Nachfolgend erhalten Sie ausführliche Informationen zur geplanten Sanierung
(Schadensbild und Sanierungskonzept)
Die bereits seit dem 10. Jh. bestehende Michaelskapelle wurde im Rahmen der Burgenpolitik des Herzogs Berthold IV. von Zähringen 1150/70 in eine neu errichtete Burganlage integriert. Von der Ende des 14. Jh. abgebrochenen Burganlage, sind umfangreiche Reste der ehemaligen westlichen und südlichen Stützmauer erhalten.
Sowohl der Stützmauer, als auch der ehemaligen Burgkapelle der ehemaligen Burganlage kommt wissenschaftliche, vor allem kirchengeschichtliche, landesgeschichtliche und bauforscherische, sowie heimatgeschichtliche und künstlerische Bedeutung zu. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse. Wir, die Mitglieder und Sponsoren des Vereins Freunde der Michaelskapelle Riegel e.V., unterstützen durch unsere finanziellen Mittel den Erhalt der Kapelle und der sie umfassenden Mauer. Die Stützmauer der ehemaligen Burg sowie die ehemalige Burgkapelle bilden eine Sachgesamtheit gemäß des baden-württembergischen Denkmalschutzgesetzes, bei der sowohl archäologische als auch bau- und kunstgeschichtliche Aspekte gleichermaßen zum Tragen kommen. Die gesamte Maueranlage ist in mehrere Abschnitte zu untergliedern. Kleinformatiges Bruchsteinmauerwerk aus regionalem Kalkstein, Rheinkiesel, wenigen Sandsteinen, Ziegelsteinen und Ziegelbruch vermörtelt mit Kalkmörtel wechselt mit mittelformatigem Mauerwerk mit grob behauenen Steinen aus Sandstein und Kaiserstühler Tuff mit zementären Mauermörteln.
Die Verwendung von Zementmörtel als Mauermörtel lässt auf eine frühere Sanierungs- bzw. Wiederaufbaumaßnahme (evtl. 1920er Jahre) mit großflächig neu aufgebauten Bereichen mit behauenen Sandsteinen und Kaiserstühler Tuffsteinen schließen. Alle Mauerinnenseiten sind ebenfalls zementär verputzt, wobei sich hier die Zusammensetzung der Putze zur Außenseite unterscheidet. Hier handelt es sich sehr wahrscheinlich um neuere Werktrockenmörtel/ Sackware, die die geschädigte Zementputzschicht der 1920er Jahre ersetzt haben. Schäden an der Mauer sind vor allem im Bereich der auf die Mauerabdeckung aus Dachziegeln gebauten zweiten halbrund gewölbten Mauerkrone sichtbar. Einige Bereiche sind schon ausgebrochen. Die früher erstellte Mauerkrone aus Dachziegeln wirkt hier wie eine Trennlage. Der Mörtel verbindet sich nur ungenügend mit den Dachziegeln und die Dachziegeldeckung stoppt die eindringende Feuchtigkeit, die dann in Zeiten von Frost-Tau-Wechsel zu einer Frostschicht führt. Diese führt dann zu einer weiteren Loslösung der Mörtelschichten und letztlich zu einem Abrutschen der aufgesetzten Mauerkrone. Der nachträglich aufgetragene Zementputz beeinflusst die Qualität der Mauer insofern negativ, dass er in Verbindung mit dem relativ undurchlässigen Kalkstein eine Diffusion der hinter der Mauer anstehenden Feuchtigkeit verhindert oder zumindest vermindert. Schadensbilder wie die Zersetzung der Kalkmörtelschichten und der Kalk-Fugenmörtel sind die sichtbare Folge. Zudem zeigen sich breite Risse im Bereich der viertelrunden Ecke der Stützmauern.
„Die Instandsetzung einer Ruinenmauer sollte nicht das Ziel haben, das Regenwasser am Eindringen zu hindern, sondern es nur rasch abzuleiten bzw. langsam an die Umgebung oder den Untergrund, d.h. an das Mauerinnere anzugeben. Wenn beide Wandflächen einer Mauer von Luft umweht und die Fugen und die Mauersteine diffusionsoffen sind, kann die eingedrungene Feuchtigkeit auch wieder austreten. Wenn darüber hinaus auf die Rezeptur des Mörtels und die Eigenschaften des Mauersteins geachtet wird, sollte es auch kaum zu Staunässe, Ausblühungen und Schlieren kommen. Also keinen Zementmörtel und keine Hydrophobierung verwenden.“ (Zitat aus „Sanierung historischer Stadtmauern“ Fachkolloquium am 10.11.2015 in Goslar, Dr. phil. Dipl.-Ing. Günther Stanzl)
Die wasserdichte Ausführung der Stützmauer ist somit nicht notwendig, sondern für das Gesamtbauwerk schädlich. Zementputze und Dachziegelabdeckungen sind hier auf lange Sicht Schadensquellen und nicht Mittel zur Erhaltung.
Das Sanierungskonzept sieht vor, jegliche flächige zementäre Vermörtelung und alle in Zementmörtel gelegten Dachziegelabdeckungen zu entfernen, die Mauerabdeckung im selben Duktus wie heute, nur ohne die Dachziegelschicht darunter wieder aufzusetzen und die Strebepfeilerabdeckungen entsprechend mit Dachziegeln wieder abzudecken. Die alten Mauerflächen werden mit modernen Kalkmörteln (Kalk als Bindemittel der Neuverfugung im Trockenspritzverfahren) technisch aufgewertet und mit einem auf den historischen Mörtel abgestimmten Putz verputzt. Die neueren Sandstein- Mauerflächen werden saniert und die Fugen werden konsolidiert. Die Risse an der Südwestecke werden vernadelt und ggf. mit Spiralanker gesichert. Entstandene Hohlräume werden verpresst. Drainageöffnungen am Mauerfuss werden durch kleinere Entlastungsbohrungen durch die Mauer hindurch erstellt.
 
Die vorbenannten Informationen stammen von Herrn Dietmar Bader, Steinmetz- und Steinbildhauermeister, Steinrestaurator, Bachelor of Business Administration (BBA), www.steinprojekt.de, welcher für das Sanierungskonzept verantwortlich ist.