Die Pfarrkirche St. Johannes Baptista

Alle Häuser überragend kann man schon von weitem den echt romanischen Kirchturm erkennen, welcher mittlerweile auch von den in der Gegend lebenden Störchen entdeckt worden ist.
Erstmals im Jahre 1275 im liber decimationis, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz, urkundlich erwähnt ist die ursprüngliche Kirche und somit der davon noch heute bestehende Glockenturm mit großer Wahrscheinlichkeit älter und im 12. oder sogar 11. Jahrhundert anzusiedeln.
Scheinbar diente der Turm früher ebenfalls als Wehrturm in welchem die Bevölkerung bei drohender Gefahr Schutz suchen konnte.

Die heutige Kirche St. Johannes Baptista wurde von 1906 bis 1907 im neuromanischem Stil gebaut und bei dieser Gelegenheit gleich auf ein Haupt- und zwei Seitenschiffe erweitert.
Der zuständige Architekt war Raymund Jeblinger welcher zu dieser Zeit die Leitung des Bauamts der Erzdiözese Freiburg innehatte. Im Jahre 1907 wurde die Kirche, deren Schutzpatron der Hl. Johannes der Täufer ist,  von Erzbischof Thomas Nörber geweiht.
Zuletzt wurde der Innenraum  der  Kirche 1976 renoviert und den Erfordernissen der durch das zweite Vatikanische Konzil erneuerten Liturgie angepasst.

Über dem Haupteingang, welcher in Form eines Stufenportals gestaltet ist, befindet sich eine Johannesstatue, dargestellt mit dem Kreuzstab.

Die Fassade der Kirche ist mit Blendarkaden aufgelockert, die beiden Seiteneingänge mit Würfelfries.
An der Nordseite der Kirche findet man eine Lourdes -Grotte und ein Missionskreuz aus dem Jahre 1909.
Vier Bleiglasfenster sind noch in ihrer ursprünglichen Farbgebung erhalten und zeigen Motive von Petrus, Paulus, Andreas und Johannes.
Einst waren alle Fenster in den Seitenschiffen farbig ausgestaltet, diese wurden jedoch im zweiten Weltkrieg zerstört (13. März 1945) und später durch einfache Glasfenster ersetzt.

Wie fast alle alten Kirchen ist auch die Kirche St. Johannes Baptista "geostet", d.h. die Hauptachse der Kirche verläuft von West nach Ost so dass Besucher der Kirche beim Blick auf den Altar in Richtung der aufgehenden Sonne blicken.

Wer sich für die Besichtigung der Kirche mehr als eine Viertelstunde Zeit nimmt, hört den Klang der Glocken (Zum Viertelstundenschlag drei Glocken, zum Stundenschlag vier Glocken). Sie sind gestimmt auf die Töne  "as1", "b1", "des2" und "f2".
Die kleinste Glocke stammt aus dem Jahre 1768, die Mutter-Gottes-Glocke aus dem Jahre 1652, die Christkönigsglocke und die St. Johannesglocke (die größte Glocke)  jeweils aus dem Jahre 1952.

Ein interessantes Schicksal hat die kleinste Glocke hinter sich.
Im ersten Weltkrieg wurde sie abgehängt, um als Material für Kanonen eingeschmolzen zu werden. Dann jedoch wurde sie vergessen und überdauerte so beiden Weltkriege. 1951 wurde sie in Hamburg unversehrt gefunden, auf Grund ihrer Aufschrift als der Gemeinde Forchheim gehörig indentifiziert, und so nach Forchheim zurückgebracht.

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